Raketenangriff auf Proton in Orjol, Asot und Rechenzentren: Bericht vom 23. Oktober 2026
Ein Raketenangriff auf das Proton-Werk in Orjol, ein Brand im Chemiewerk Asot in der Region Perm und Angriffe auf Rechenzentren in Gorodez und im besetzten Luhansk: Im Laufe des 23. Oktober wurden Treffer an Industrieanlagen und Kommunikationsinfrastruktur gemeldet. Auch in Woronesch soll eine militärische Einrichtung getroffen worden sein.
Demilitarizator fasst die wichtigsten zum Redaktionszeitpunkt vorliegenden Meldungen zusammen.
Raketenangriff auf das Proton-Werk in Orjol: Elektronikhersteller für russische Waffen getroffen
Am Abend des 23. Oktober 2026 wurde das Proton-Werk in der russischen Stadt Orjol von Raketen getroffen. Der Betrieb stellt elektronische und optoelektronische Bauteile her, die von der russischen Rüstungsindustrie verwendet werden.
Was Proton herstellt und warum das Werk wichtig ist
Nach veröffentlichten OSINT-Erkenntnissen werden Komponenten des Unternehmens in ballistischen Raketen vom Typ 9M723 Iskander-M, luftgestützten Marschflugkörpern S-71 Kower und Flugabwehrsystemen Pantsir-S1 eingesetzt. Zum Sortiment gehören Diodenmodule, Wechselrichterschalter und elektronische Komponenten für Bordsysteme von Waffen.
Brand im Chemiewerk Asot in Beresniki
Am Morgen des 23. Oktober griffen Drohnen das Chemiewerk Asot in Beresniki in der Region Perm an.
Das zur Uralchem-Gruppe gehörende Unternehmen stellt Ammoniak, Salpetersäure, Nitratdünger, Harnstoff und weitere chemische Erzeugnisse her.
Rechenzentrum der russischen Steuerbehörde in Gorodez angegriffen
In der Nacht zum 23. Oktober wurde ein Rechenzentrum des Föderalen Steuerdienstes Russlands in Gorodez im Gebiet Nischni Nowgorod angegriffen.
Es zählt zu den zentralen Rechenzentren des russischen Steuersystems. Solche Anlagen speichern und verarbeiten große Mengen staatlicher Daten.
Luhansk: Werk Marschal und Lugacom-Rechenzentrum
In der Nacht zum 23. Oktober waren im besetzten Luhansk mehrere Explosionen zu hören. Nach dem Angriff wurden Störungen der Kommunikation und Stromversorgung gemeldet.
Später wurde ein Angriff auf das Maschinenbauwerk Marschal sowie ein Treffer am dort befindlichen Lugacom-Rechenzentrum gemeldet. Das Werk ist auf industrielle Rohrleitungsarmaturen für die Öl-, Gas-, Chemie- und Energiebranche spezialisiert.
Dieser Vorfall ist vom Angriff auf das Lugacom-Gebäude in der Nacht zum 21. Oktober zu unterscheiden, über den wir im vorherigen Bericht geschrieben haben.
Woronesch: erste Meldungen über einen Angriff auf eine militärische Einrichtung
Am Morgen des 23. Oktober waren in Woronesch Explosionen zu hören. Nach einer ersten Einschätzung von OSINT-Analysten könnten das Gelände der militärischen Hochschule für Luftfahrttechnik und eine nahe gelegene Abstellfläche für Militärflugzeuge angegriffen worden sein.
Generalstab bestätigt Angriffe auf einen Drohnenstartplatz und Militärdepots
In einer Mitteilung vom 23. Oktober bestätigte der ukrainische Generalstab einen Angriff auf einen Standort zur Lagerung, Vorbereitung und zum Start von Angriffsdrohnen bei Donezk sowie auf den Gefechtsstand einer russischen Einheit bei Hromowe auf der besetzten Krim.
Zu den weiteren Zielen gehörten ein Munitionsdepot bei Hirnyk, ein Drohnenlager bei Swerdlowe im Gebiet Donezk sowie militärische Versorgungsdepots in den Gebieten Donezk und Saporischschja. Zudem wurde ein Angriff auf eine Ansammlung von Angehörigen der Einheit Rubikon bei Kamjanka im Gebiet Saporischschja gemeldet.
Bilanz der Streitkräfte für unbemannte Systeme
Der Kommandeur der Streitkräfte für unbemannte Systeme, Robert „Madjar“ Browdi, veröffentlichte am 23. Oktober die Einsatzbilanz für den 22. Oktober: 2.412 gegnerische Ziele wurden zerstört oder getroffen, darunter 634 gegnerische Soldaten.
Von Anfang Oktober bis zum Ende des 22. Oktober meldete der Verband insgesamt 47.559 zerstörte oder getroffene Ziele.
So änderten sich die Kennzahlen
Die Angaben können nach offiziellen Mitteilungen oder weiteren Auswertungen präzisiert werden.