Brand im Chemiewerk Sterlitamak und Angriffe auf Drohnenbasis: Lagebericht vom 29. Oktober 2026
Nach einem Drohnenangriff wurde bei der Baschkirskaja Sodowaja Kompanija in Sterlitamak ein Brand festgestellt. Das Unternehmen produziert chemische Komponenten für die russische Rüstungsindustrie. Im Gebiet Brjansk trafen ukrainische Streitkräfte ein Lager für Geran-Angriffsdrohnen, eine Drohnenbasis und ein Treibstofflager. Der ukrainische Generalstab meldete zudem Angriffe auf russische Radare und Drohnenführungsstellen.
Demilitarizator fasst die wichtigsten am 29. Oktober veröffentlichten Meldungen über Angriffe auf russische Anlagen und Verluste der russischen Armee zusammen.
Brand bei der Baschkirskaja Sodowaja Kompanija in Sterlitamak
Am Morgen des 29. Oktober waren in Sterlitamak in Baschkortostan Explosionen zu hören. Nach einem Drohnenangriff stieg Rauch über dem Industriegebiet auf. OSINT-Analysten lokalisierten die Rauchquelle im Bereich der Baschkirskaja Sodowaja Kompanija. The Insider berichtete, einen Brand auf dem Werksgelände anhand der NASA-FIRMS-Karten thermischer Anomalien festgestellt zu haben.
Die Baschkirskaja Sodowaja Kompanija produziert Grundstoffe, die von der russischen Rüstungsindustrie verwendet werden. Dazu gehört Terephthalsäuredichlorid, ein Ausgangsstoff für hochfeste Aramidfasern. Diese Materialien werden für Schutzwesten, Helme und andere Schutzausrüstung eingesetzt.
Geran-Drohnenlager, Drohnenbasis und Treibstofflager im Gebiet Brjansk getroffen
Der ukrainische Generalstab bestätigte Angriffe auf die Infrastruktur russischer Angriffsdrohnen bei Nawlja im Gebiet Brjansk. Getroffen wurden drei Anlagen: ein Lager für Geran-Drohnen, eine Drohnenbasis sowie ein Lager für Treib- und Schmierstoffe.
Diese Infrastruktur dient dem Einsatz von Angriffsdrohnen gegen die Ukraine: von der Lagerung über die Vorbereitung bis zum Start.
Im Gebiet Brjansk wurden außerdem zwei Radarstationen bei Starodub und Medwedowo sowie Drohnenführungsstellen bei Sawlukowo und Witowka getroffen. Radartypen und Schadensausmaß wurden in der Meldung nicht genannt.
Neptun-Angriff auf Marinowka: zwei Su-34 zerstört
Die ukrainische Marine bestätigte einen Raketenangriff auf den Militärflugplatz Marinowka im russischen Gebiet Wolgograd. Für den Angriff auf den Stützpunkt der russischen Luftwaffe wurde das Küstenraketensystem Neptun eingesetzt. Laut der Mitteilung der Marine vom 29. Oktober wurden zwei Su-34-Jagdbomber zerstört. Sie befanden sich auf dem Gelände des 11. gemischten Fliegerregiments nahe Oktjabrski.
Die Su-34 gehört zu den wichtigsten Flugzeugen, mit denen Russland gelenkte Fliegerbomben auf ukrainische Städte und Stellungen der Verteidigungskräfte abwirft. Die Zerstörung dieser Maschinen am Boden verringert die Zahl der für solche Angriffe verfügbaren Flugzeuge.
Selenskyj bestätigt Treffer auf einen Iskander-Raketenwerfer
In seiner Ansprache vom 29. Oktober berichtete Präsident Wolodymyr Selenskyj über zwei ukrainische Raketenangriffe, die Zerstörung zweier russischer Su-34 und einen Treffer auf einen Raketenwerfer des Systems Iskander.
Russland setzt Iskander-Systeme für Raketenangriffe auf die Ukraine ein. Ihre Startfahrzeuge aufzuspüren und zu treffen, ist deshalb ein wichtiger Teil der Abwehr der russischen Bedrohung durch ballistische Raketen.
Russische Militärverluste: die Morgenmeldung des Generalstabs
Laut der Morgenmeldung des Generalstabs vom 29. Oktober beliefen sich die russischen Personalverluste am Vortag auf 1.560. Gemeldet wurden außerdem ein ausgeschalteter Panzer, fünf gepanzerte Kampffahrzeuge, 25 Artilleriesysteme, vier Mehrfachraketenwerfer, 1.614 Drohnen und 272 Fahrzeuge.
In die aktualisierte Statistik wurde auch ein Flugzeug aufgenommen, dessen Verlust aus einem früheren Zeitraum bestätigt wurde.
Gesondert teilte der Generalstab mit, dass die russischen Personalverluste im Oktober bis zum Morgen des 29. Oktober 49.040 erreicht hätten. Nach Angaben der ukrainischen Führung ist dies bereits der höchste Monatswert seit Beginn der großangelegten Invasion. Der bisherige Höchststand von 48.670 wurde im Dezember 2024 verzeichnet. Gemeint sind die gesamten Personalverluste, nicht ausschließlich Getötete.
Ergebnisse der ukrainischen Kräfte für unbemannte Systeme am 28. Oktober
In seinem am 29. Oktober veröffentlichten Bericht meldete Robert „Madjar“ Browdi, Kommandeur der ukrainischen Kräfte für unbemannte Systeme, 1.925 am 28. Oktober zerstörte oder getroffene gegnerische Ziele. Dabei wurden den Angaben zufolge 521 russische Soldaten getroffen.
Für den Zeitraum 1. bis 28. Oktober meldete die Gruppierung 59.480 zerstörte oder getroffene Ziele sowie 15.108 getroffene russische Soldaten. Diese Angaben betreffen die Einheiten der Gruppierung und dürfen nicht als zusätzliche Verluste zur Gesamtstatistik des Generalstabs addiert werden.
So änderten sich die Kennzahlen
Die Angaben können nach offiziellen Mitteilungen oder weiteren Auswertungen präzisiert werden.
Quellen
- The Insider — Brand bei der Baschkirskaja Sodowaja Kompanija und NASA FIRMS
- ZN.ua — Angriff auf Sterlitamak am 29. Oktober
- Ukrainischer Generalstab — Drohnenlager, Drohnenbasis, Treibstoff und Radare in Brjansk
- Ukrainischer Generalstab — Morgenmeldung vom 29. Oktober
- Ukrainischer Generalstab — russische Personalverluste im Oktober
- Robert Browdi — Ergebnisse der Drohnenkräfte vom 28. Oktober
- Ukrainische Marine — Raketenangriff auf Marinowka und zwei zerstörte Su-34
- Wolodymyr Selenskyj — zwei Raketenangriffe und Treffer auf einen Iskander-Raketenwerfer