Angriffe auf Energija und Avisma: Lagebericht vom 25. Oktober 2026
Am 25. Oktober wurden Angriffe auf das Werk Energija in Jelez in der Region Lipezk und das chemisch-metallurgische Werk Avisma in Beresniki in der Region Perm gemeldet. Energija produziert Batterien für russische Raketen. Avisma gehört zu einem Konzern, der Titanprodukte für die Luftfahrt- und Rüstungsindustrie liefert. Der ukrainische Generalstab bestätigte zudem Treffer auf zwei russische Radarstationen in der Region Belgorod.
Demilitarizator fasst die wichtigsten Meldungen über Angriffe auf russische Ziele mit Stand vom 25. Oktober zusammen.
Energija in Jelez: Raketenangriff auf einen Batteriehersteller für Iskander-Raketen
Im Laufe des 25. Oktober wurden Meldungen über einen Raketenangriff auf das Werk Energija in Jelez in der Region Lipezk veröffentlicht. Das OSINT-Projekt Exilenova+ zeigte Aufnahmen von Explosionen und einem Brand und berichtete über mehrere Treffer auf dem Werksgelände.
Energija entwickelt und produziert chemische Stromquellen: Batterien, Akkumulatoren und elektrische Zellen. Die Beteiligung des Unternehmens an der russischen Waffenproduktion ist auf dem Portal War & Sanctions des ukrainischen Militärnachrichtendienstes HUR dokumentiert.
Nach Angaben des HUR liefert das Unternehmen Batterien für ballistische Raketen vom Typ Iskander-M, Marschflugkörper vom Typ Iskander-K, aeroballistische Kinschal-Raketen und Zirkon-Raketen. Seine Produkte werden auch in Flugkörpern des Systems Panzir und in gelenkten Fliegerbomben UMPB D-30SN verwendet.
Ohne solche Bauteile können die fertigen Waffen nicht funktionieren. Elektronik und Steuerung benötigen eine eigene Stromversorgung. Die Lieferung dieser Batterien ist deshalb Teil der Raketenproduktion.
Avisma in Beresniki: Drohnenangriff auf ein Werk der Titanindustrie
In der Nacht zum 25. Oktober und am Morgen wurden Explosionen und ein Drohnenangriff in Beresniki in der Region Perm gemeldet. Exilenova+ identifizierte das chemisch-metallurgische Werk Avisma als angegriffenen Standort.
Das Werk in Beresniki gehört zum Konzern VSMPO-Avisma, einem der weltweit größten Hersteller von Titanprodukten.
Titan wird eingesetzt, wenn Bauteile fest, vergleichsweise leicht und hoch belastbar sein müssen. Dazu zählen Anwendungen im Flugzeug- und Triebwerksbau sowie in der Raketen- und Raumfahrtindustrie. Unternehmen dieser Branche sind daher auch für die russische Militärproduktion von Bedeutung.
Die Identifizierung des angegriffenen Standorts beruht derzeit auf OSINT-Meldungen. Angaben zu konkret beschädigten Anlagen und zur Dauer eines möglichen Produktionsausfalls liegen nicht vor.
Generalstab bestätigt Angriffe auf russische Radare und Gefechtsstände
Am 25. Oktober meldete der ukrainische Generalstab die Ergebnisse von Angriffen am 24. Oktober und in der Nacht zum 25. Oktober.
In der Region Belgorod wurden Radarstationen bei Gostischtschewo und Kurgannoje getroffen. Sie halfen den russischen Streitkräften, Luftziele zu erkennen und Informationen an die Flugabwehr weiterzugeben. Ihre Bekämpfung schafft Lücken in der Radarüberwachung und erweitert die Einsatzmöglichkeiten ukrainischer Drohnen.
Bestätigt wurden außerdem Treffer auf den Gefechtsstand einer russischen Einheit bei Tarassiwka in der Region Saporischschja und auf einen Führungs- und Beobachtungsposten bei Hola Prystan in der Region Cherson.
Ukrainische Drohnentruppen: mehr als 2.000 Ziele an einem Tag getroffen
Der Kommandeur der ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme, Robert „Madjar“ Browdi, veröffentlichte am 25. Oktober die Ergebnisse des Verbandes für den 24. Oktober.
Die Einheiten zerstörten oder trafen binnen eines Tages 2.048 gegnerische Ziele. Die russischen Personalverluste beliefen sich auf insgesamt 500 Getötete und Verwundete.
Vom Monatsbeginn bis zum Ende des 24. Oktober meldete der Verband 51.971 zerstörte oder getroffene Ziele und 13.127 getötete oder verwundete russische Soldaten. Diese Zahlen beziehen sich ausschließlich auf den Verband der Streitkräfte für unbemannte Systeme.
So änderten sich die Kennzahlen
Die Angaben können nach offiziellen Mitteilungen oder weiteren Auswertungen präzisiert werden.